Meeresschildkröten: alle 7 Arten und ihre Merkmale
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Vida Marina

Meeresschildkröten: alle 7 Arten und ihre Merkmale

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28. Juni 2026 3 Min. Lesezeit

Weltweit gibt es 7 Arten von Meeresschildkröten, und jede einzelne gilt als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Für aufmerksame Taucher bedeutet die Fähigkeit zur Artbestimmung einen echten Mehrwert — für das eigene Erlebnis ebenso wie für die Bürgerwissenschaft. Dieser Leitfaden stellt alle 7 Arten mit ihren Feldmerkmalen, Hauptlebensräumen und den besten Sichtungsorten vor. Suppenschildkröte, Echte Karettschildkröte und Unechte Karettschildkröte auseinanderzuhalten ist keine akademische Übung, sondern Grundlage informierter Naturbeobachtung.

Die sieben Arten sind: Suppenschildkröte (*Chelonia mydas*), Echte Karettschildkröte (*Eretmochelys imbricata*), Unechte Karettschildkröte (*Caretta caretta*), Oliv-Bastardschildkröte (*Lepidochelys olivacea*), Kemps Bastardschildkröte (*Lepidochelys kempii*), Lederschildkröte (*Dermochelys coriacea*) und Flachrückenschildkröte (*Natator depressus*). Die ersten sechs gehören zur Familie Cheloniidae mit hartem, beschuppetem Panzer. Die Lederschildkröte ist das einzige lebende Mitglied der Dermochelyidae: Ihr Panzer besteht aus einem Mosaik winziger Knochen unter einer dicken, ledrigen Haut. Jede Art bewohnt ein eigenes geografisches Verbreitungsgebiet.

Suppenschildkröte (*Chelonia mydas*): die im tropischen Tauchen am häufigsten beobachtete Art. Größe: 1–1,5 m, Gewicht 100–200 kg. Panzer oval, olivbraun. Tropische Weltverbreitung. Adulte Tiere ernähren sich fast ausschließlich von Seegras und Algen — das Körperfett färbt sich grünlich, daher der Name. Beste Reiseziele: Hawaii, Galápagos, Karibik, Indo-Pazifik. Wer je eine Schildkröte gemächlich über eine Seegraswiese gleiten sah, hatte mit größter Wahrscheinlichkeit diese Art vor sich.

Echte Karettschildkröte (*Eretmochelys imbricata*): 60–90 cm, 40–80 kg. Die Schilder des Panzers überlappen sich dachziegelartig in einem faszinierenden Muster aus Bernstein und Braun. Der schmale, hakenförmige Schnabel ermöglicht es ihr, Schwämme aus engen Riffnischen zu herausholen. Sie ist durch illegalen Schildpatthandel am stärksten bedroht. Beste Tauchziele: Karibik, Indo-Pazifik, Rotes Meer. Bei Unterwasserfotografen ist sie die gefragteste aller Meeresschildkröten.

Unechte Karettschildkröte (*Caretta caretta*): 80–100 cm, 100–150 kg. Der breite, mächtige Kopf — ideal zum Aufknacken hartschaliger Muscheln und Krabben — macht sie unverwechselbar. Panzer rotbraun. Verbreitung in gemäßigten und tropischen Gewässern: Mittelmeer, Atlantik, Indo-Pazifik. Die in kühlen Meeren häufigste Meeresschildkrötenart. Bekannte Sichtungsgebiete: Cabrera (Mallorca), Madeira, Küste von Florida, Georgia.

Oliv-Bastardschildkröte (*Lepidochelys olivacea*): 60–70 cm, 30–45 kg — die kleinste Meeresschildkröte. Pantropische Verbreitung. Berühmt durch die *Arribada*: Zehntausende Weibchen strömen in derselben Nacht an denselben Strand, um zu nisten — eines der beeindruckendsten Massenphänomene der Natur (Costa Rica, México, Indien). Für Freizeittaucher sind Begegnungen im östlichen Pazifik gelegentlich möglich.

Kemps Bastardschildkröte (*Lepidochelys kempii*): die seltenste und am stärksten bedrohte Meeresschildkröte. Etwa 60 cm, 30–45 kg. Verbreitung weitgehend auf den Nordwestatlantik und den Golf von Mexiko beschränkt. *Arribadas* finden nur an einem einzigen Strand in Tamaulipas, México, statt. Für Taucher sind Begegnungen außerhalb der Nisturstrände so gut wie ausgeschlossen. Sie zählt zu den dringlichsten Schutzanliegen weltweit.

Lederschildkröte (*Dermochelys coriacea*): die größte Meeresschildkröte — und das größte lebende Reptil. Länge 1,8–2,2 m, Gewicht 250–700 kg, dokumentierte Individuen bis 916 kg. Kein Schuppenpanzer: Die glatte, schwarze Rückenhaut mit weißen Flecken besteht aus einer lederartigen Matrix. Ernährung: fast ausschließlich Quallen. Wanderungen führen von subpolaren Kaltgewässern bis zu tropischen Nistständen. Beste Sichtungen: kalte gemäßigte Gewässer vor der Westküste Spaniens, Kanada und der Pazifikküste der USA während der Migration.

Arten unter Wasser zu bestimmen verleiht jedem Tauchgang eine wissenschaftliche Ebene. In der Unterwasserfotografie sind alle sieben Arten lohnende Motive, doch Suppenschildkröte und Echte Karettschildkröte dominieren die Bildarchive. Im Naturschutz genießen alle sechs Cheloniidae-Arten weltweiten Schutz; Lederschildkröte und Kemps Bastardschildkröte stehen unter dem größten Druck. Die Citizen-Science-Apps TurtleSAT und SWOT ermöglichen das Melden von Sichtungen für die Populationsforschung. Jede gemeldete Beobachtung zählt.