Die Isla de la Plata liegt im ecuadorianischen Pazifik, 40 km vor der Küste Manabís, im Nationalpark Machalilla. Sie wird als 'Galápagos für kleines Geld' bezeichnet, da die pelagische Fauna ähnlich, der Preis aber 80 % niedriger ist. Resident lebende ozeanische Mantas (Juni–Oktober), Buckelwale auf Wanderschaft (Juni–September) und Felsriffe machen sie zu einer echten Alternative. Gut kombinierbar mit einer Ecuador-Rundreise.
Die Isla de la Plata ist eine kleine Felseninsel von 14 km², 40 km vor der Küste der Provinz Manabí (Ecuador-Festland) gelegen. Sie gehört zum Nationalpark Machalilla, gegründet 1979 und seit 2003 UNESCO-Biosphärenreservat. Die unbewohnte Insel trägt tropische Trockenvegetation und beherbergt Seevögel: Blaufußtölpel, Prachtfregattvögel und im Winter Galápagos-Albatrosse. Die Anreise erfolgt von Puerto López mit dem Boot (60 Minuten). Der Name geht auf Schatzlegenden rund um Francis Drake zurück. EU-Bürger benötigen kein Visum (90 Tage). Währung: US-Dollar (USD).
Unterwassertopografie: Die Isla de la Plata liegt im tropischen Ostpazifik an der Kreuzung von Humboldtstrom (kalter Südpazifikstrom) und äquatorialem Gegenstrom. Das erzeugt saisonalen Auftrieb mit kaltem, planktonreichem Wasser. Wassertemperatur: 18–22 °C auf dem Höhepunkt des Auftriebs (Juni–Oktober), 24–27 °C in der Warmsaison (Dezember–Mai). Sichtweite 10–25 m, am besten Juni bis Oktober. Biodiversität des östlichen Pazifiks ähnlich Galápagos, aber mit weniger Konsistenz: Haie, Mantas, Meeresschildkröten, Thunfisch.
Ozeanische Mantas: Die Isla de la Plata ist einer der wenigen Orte weltweit mit einer resident lebenden Population riesiger ozeanischer Mantas (Mobula birostris, früher Manta birostris). Die Mantas konzentrieren sich von Juni bis Oktober an Korallenputzerstationen nahe der Insel. Spannweite bis zu 7 m. Sichtungsrate über 70 % in der Hochsaison. Die Population wird von der NGO Manta Trust per Fotoidentifikation wissenschaftlich betreut.
Buckelwale: Von Juni bis September wandern Buckelwale in den ecuadorianischen Pazifik, um dort zu gebären und sich zu paaren. Das Gebiet ist ein Fortpflanzungsgebiet des Südpazifiks, vergleichbar mit Tonga oder Französisch-Polynesien. Sichtungen vom Boot zwischen Puerto López und der Insel sind häufig. Schnorcheln mit Walen ist nicht erlaubt, aber Sprünge, Flossenschläge und Männchengesang an der Oberfläche sind spektakulär. Nur wenige Orte weltweit vereinen Mantas und Buckelwale in derselben Saison.
Tauchplätze: 1) Bajo Cantagallo (Manta-Putzstation, 18–25 m). 2) Punta Manta (Wände mit Mantas und Haien, 22–32 m). 3) La Cueva (Höhle mit Ammenhaien, 12–22 m). 4) Bajo del Sur (Makro-Tauchplatz mit Seepferdchen, 8–18 m). 5) Punta Norte (Steilwände und Tropenfische, 18–30 m). Wand- und Sandtauchen dominiert; Hartkorallen sind im östlichen Pazifik selten.
Logistik und Kosten: Flüge nach Quito (UIO) oder Guayaquil (GYE) mit Direktverbindungen ab Madrid (Iberia, Air Europa), Amsterdam (KLM) und Paris (Air France). Weiter nach Manta oder Portoviejo (30-minütiger Inlandsflug) und Bus nach Puerto López (90 Minuten). Tauchbasen: Manta Diving Center (Puerto López), Exploradiving, Aquatropic. Preis pro Tauchgang: 60–80 € (inkl. Bootsfahrt und Parkgebühr). Tagespaket 4 Tauchgänge: 200–280 €. Walbeobachtung (halber Tag): 35–50 €. Unterkunft in Puerto López: Pensionen ab 25 €, Hotels 50–120 €.
Was überrascht: die Kombination mit Ecuador-Tourismus. Ecuador bietet lebendige indigene Kulturen (Quechua, Shuar, Achuar), das UNESCO-Welterbe Quito (besterhaltenes Kolonialzentrum Amerikas), das Mitad-del-Mundo-Denkmal, Andenvulkane (Cotopaxi, Chimborazo), Amazonasregenwälder (Yasuní, Cuyabeno) und die Kolonialstadt Cuenca. Eine 14–21-tägige Ecuador-Rundreise mit Isla de la Plata verbindet Pazifiktauchen, Hochanden und Amazonas in einer Reise. Galápagos lässt sich für garantierte Premiumfauna ergänzen.
Fazit: Die Isla de la Plata ist eine zugängliche und preiswerte Alternative zu den Galápagos. Resident lebende ozeanische Mantas (Juni–Oktober), wandernde Buckelwale (Juni–September) und ostpazifische Felsriffe zu 80 % geringeren Kosten und ohne obligatorisches Tauchsafari-Schiff. Für konsistente Megafauna bleiben die Galápagos überlegen, doch für eine Südamerikareise mit ozeanischer, andiner und amazonischer Biodiversität in einem Rundkurs ist Ecuador mit Isla de la Plata eine starke Wahl. Empfehlenswert von Juni bis Oktober.

