Lerne das Gasmanagement beim Tauchen mit der Drittelregel, dem Rock-Bottom-Konzept und wie Tauchcomputer die Stickstoffsättigung in Echtzeit berechnen.
Das Gasmanagement ist eine der kritischsten Fähigkeiten, die jeder Taucher beherrschen muss, und dennoch ist es eine der am meisten unterschätzten, sobald die Grundzertifizierung abgeschlossen ist. Zu wissen, wie viel Gas man hat, wie viel man für einen sicheren Aufstieg benötigt und wann der richtige Zeitpunkt zum Umkehren ist – das sind Entscheidungen, die den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Tauchgang und einem echten Notfall ausmachen können.
Das Konzept des Rock Bottom ist der Mindestdruckpunkt, an dem man mit genug Gas zur Oberfläche aufsteigen sollte, um einen Notfall handhaben zu können. Es gibt keine universelle Zahl: Sie hängt von der Tiefe, dem Verbrauch des Tauchers, der Ausrüstungskonfiguration und der Anzahl der Personen in der Gruppe ab. Viele Instruktoren empfehlen, nicht unter 50 Bar zu sinken, ohne den Aufstieg eingeleitet zu haben.
Die Drittelregel teilt das verfügbare Gas in drei gleiche Teile: ein Drittel für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg und ein Drittel als Notfallreserve. Sie ist besonders nützlich bei Höhlentauchgängen oder in jeder Umgebung, in der kein direkter Aufstieg zur Oberfläche möglich ist.
Das Henry-Gesetz erklärt, dass sich Gase proportional zum Druck in Flüssigkeiten lösen. Je tiefer, desto mehr Stickstoff löst sich in den Geweben. Steigt man zu schnell auf, haben die Gewebe keine Zeit, dieses Gas freizusetzen, und es entstehen Blasen, die das Dekompressionssyndrom verursachen können.
Die empfohlene Aufstiegsgeschwindigkeit beträgt 9 Meter pro Minute oder weniger. Der Sicherheitsstopp bei 5 Metern für 3 Minuten reduziert das Dekompressionsrisiko erheblich und sollte zur automatischen Gewohnheit werden.
Tauchcomputer berechnen in Echtzeit die Sättigung jedes Gewebekompartiments und passen die Grenzen an das an, was der Taucher wirklich getan hat. Im Gegensatz zu traditionellen Tabellen verfolgen sie das reale Profil und bieten präzisere Spielräume.
Wiederholungstauchgänge erhöhen die Komplexität: Der nach einem ersten Tauchgang verbleibende Reststickstoff verschwindet nicht sofort. Die Grenzen beim zweiten und dritten Tauchgang werden kürzer sein.
Die Verwendung von Nitrox reduziert die Stickstoffbelastung durch den höheren Sauerstoffanteil. Nitrox 32 oder 36 verlängert die Grundzeiten, hat aber seine eigene Grenze: Übermäßiger Sauerstoff ist toxisch, weshalb eine maximale Betriebstiefe eingehalten werden muss.

