Luftmanagement, wenn dein Tauchpartner doppelt so viel atmet
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Luftmanagement, wenn dein Tauchpartner doppelt so viel atmet

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5. September 2026 3 Min. Lesezeit

Mit jemandem zu tauchen, der doppelt so schnell Luft verbraucht, ist unangenehm und häufig. Die klassische Regel — wer zuerst 100 bar erreicht, gibt Signal — funktioniert, aber es steckt mehr dahinter: wie man den Tauchgang vorausplant, wie man dem Partner das Gefühl erspart, ein Problem zu sein, und wann man zugeben sollte, dass dieses Tauchpaar einfach nicht funktioniert.

Ich habe einen Freund, Javier, mit dem ich mehr als hundert Tauchgänge gemacht habe. Guter Taucher, ruhig, umsichtig. Und er atmet wie eine Dampflok. Ich komme nach einem 50-Minuten-Tauchgang mit 80 bar hoch; er mit 30. Keine schlechte Technik — reine Physiologie: 95 kg, 1,92 m, sein Atemminutenvolumen ist eben so. Zu lernen, mit ihm zu planen, hat gedauert, und die erste Regel, die ich wirklich begriffen habe: Die Planung liegt bei mir, nicht bei ihm.

Der häufigste Fehler: den Tauchgang nach dem Atemminutenvolumen des Leichtatmers planen. Ergebnis: Der andere muss das letzte Drittel abkürzen oder aus einem Oktopus nachschröpfen. Es funktioniert genau andersherum. Du planst für den Schwerstmer, und der Leichtatmer genießt einfach das übrige Gas am Ende.

Die Drittelregel funktioniert gut: ein Drittel für Abstieg und Erkundung, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel als Reserve. Aber wenn dein Tauchpartner doppelt so viel verbraucht, decken seine Drittel nur die Hälfte deiner Bodenzeit. Das muss man akzeptieren — und nicht unter Wasser aushandeln. An der Oberfläche wird geplant, am Boden wird ausgeführt.

Was wirklich hilft: alle fünf Minuten gemeinsam den Druck checken. Nicht warten, bis jemand auf 100 bar fällt. Ihr zeigt euch die Manometer, wenn eure Blicke sich treffen. In 30 Sekunden weißt du, ob der Tauchgang auf Kurs ist oder ob ihr einen ruhigen Aufstieg einleiten solltet. Der Schrecken bei 25 m mit 50 bar lässt sich mit einem Check bei 30 m und 100 bar vermeiden.

Das Argument mit dem Luftteilen wird falsch eingesetzt. Der Oktopus ist für Notfälle, nicht um Tauchgänge zu verlängern. Wenn dein Partner keine Luft mehr hat und du ihm den Oktopus gibst, um zehn Minuten weiterzutauchen, verdoppelst du damit nur das Risiko. Wenn einer kein Gas mehr hat, steigen beide auf. Basta.

Ein Gespräch, das sich vor dem ersten gemeinsamen Tauchgang lohnt: Wie viel verbrauchst du normalerweise? Was für Tauchgänge magst du? Wie wohl fühlst du dich in dieser Tiefe? Fünf Minuten am Steg sparen viel Ärger unten. Manchmal merkst du sofort, dass dieses Tauchpaar nicht funktionieren wird — und es ist besser, sich an der Oberfläche in Gruppen aufzuteilen, als das bei 18 Metern mit genervten Blicken zu klären.

Mein eigener Trick: Wenn ich mit einem Vielatmer tauche, plane ich kürzere und tiefere Tauchgänge für ihn — wo der Unterschied im Verbrauch am stärksten auffällt — und hebe mir die langen, flachen Tauchgänge für Partner mit ähnlichem Atemminutenvolumen auf. Den Tauchgang an den Partner anzupassen ist Vernunft, aber die meisten machen es nicht.

Fazit ohne Umschweife: Luftmanagement zu zweit ist zu 80 % Planung und zu 20 % Technik. Wer für den schlechtesten Fall plant, hat fast nie ein Problem. Wer für den Idealfall plant, erlebt früher oder später einen Schrecken. Die eigene Luft gibt man nie her, aber die Bodenzeit schon: eine halbe Stunde Tauchgang aufzugeben, damit der Partner sicher hochkommt, ist eine Investition, kein Opfer.