Seepferdchen (Gattung *Hippocampus*) sind die einzigen Tiere, bei denen das Männchen die Schwangerschaft trägt und die Jungen zur Welt bringt. Es gibt 47 dokumentierte Arten in tropischen und gemäßigten Gewässern. Die Weltbestände sind in 30 Jahren um 30–50 % eingebrochen — durch Seegrasvernichtung und den Handel mit getrockneten Tieren für die traditionelle chinesische Medizin. Für Makro-Taucher gelten sie als einer der größten Funde.
Seepferdchen sind Knochenfische der Gattung *Hippocampus* aus der Familie Syngnathidae — zu der auch Nadelfische gehören. Es sind 47 Arten beschrieben, von 13 mm (*Hippocampus denise*, Zwergseepferdchen) bis 35 cm (*Hippocampus abdominalis*, Bauchseepferdchen aus Australien). Ihr Körperbau ist unverwechselbar: pferdekopfähnlicher Schädel, langer Hals, S-förmiger Rumpf, Greifschwanz zum Festhalten an Vegetation, und anstelle von Schuppen knöcherne Platten.
Die Fortpflanzungsbiologie: Das Weibchen legt die Eier während einer stundenlangen, aufwendig choreografierten Balz in die Bruttasche des Männchens ab. Die Embryonen entwickeln sich dort 9–45 Tage lang, je nach Art. Die Geburt ist real: Das Männchen stößt die Jungen durch Muskelkontraktionen aus und entlässt so 100 bis 1.500 Jungtiere auf einmal. Kein anderes Wirbeltier trägt und gebärt Nachkommen auf diese Weise.
Der Bestandseinbruch war dramatisch: Weltweit sind die Zahlen in den letzten 30 Jahren um 30–50 % gesunken. Vier Hauptursachen stehen dahinter. Die Vernichtung von Seegraswiesen — Posidonia im Mittelmeer, Mangroven in Asien, Zostera-Wiesen im Atlantik — entzieht den Tieren ihren Lebensraum. Der Handel mit getrockneten Seepferdchen für die traditionelle chinesische Medizin bewegt bis zu 150 Millionen Tiere pro Jahr. Der Lebendhandel für Aquarien kommt hinzu. Klimawandel und Ozeanversauerung verstärken alle übrigen Bedrohungen.
Die Arten, die Makro-Taucher am häufigsten suchen: *Hippocampus bargibanti* (Bargibants Zwergseepferdchen, 13–27 mm, lebt ausschließlich auf Muricella-Gorgonien im Indo-Pazifik) ist der Hauptpreis. *Hippocampus denise* ist mit 13–15 mm noch kleiner und teilt den Gorgonien-Lebensraum. *Hippocampus pontohi* (Pontohs Zwergseepferdchen) taucht an Algen und Hydroiden auf. *Hippocampus guttulatus* (Langschnäuziges Seepferdchen, bis 12 cm) bewohnt Posidonia-Wiesen im Mittelmeer. *Hippocampus abdominalis* erreicht 35 cm in den kalten Gewässern Australiens und Neuseelands.
Für die Reiseplanung sticht Indonesien heraus. Lembeh Strait, Bali und Raja Ampat bündeln die größte Artenvielfalt an Zwergseepferdchen der Welt. Philippinen — besonders Anilao und Cebu — folgen dicht dahinter. Im Mittelmeer halten Katalonien, Mallorca, Italien und Kroatien noch Restpopulationen von *H. guttulatus* in Posidonia-Wiesen, wenngleich Sichtungen spürbar seltener geworden sind. Die kalten Atlantikküsten Galiziens und der Bretagne beherbergen *H. hippocampus* in seichtem Felsgrund. Südaustralien und Tasmanien sind das Revier der großen Bauchseepferdchen.
Zwergseepferdchen zu finden erfordert einen Ortskundigen, der weiß, welche bestimmte Gorgonie das jeweilige Tier bewohnt — Zwergseepferdchen verbringen ihr gesamtes Leben auf einem einzigen Korallenfächer. Bei mediterranen Arten liefert langsames Absuchen von Posidonia zwischen 5 und 15 m Tiefe, entlang von Blättern und Rhizomen, die meisten Sichtungen. Nachttauchgänge erhöhen die Begegnungsrate bei einigen Arten. Geduld zählt mehr als Technik: Das Seepferdchen bewegt sich kaum, doch seine Tarnung ist bemerkenswert wirksam.
Makrofotografie von Seepferdchen belohnt systematisches Vorgehen. Für Zwerge: 90–105-mm-Makroobjektiv mit Vorsatzlinse, Blitz mit Diffusor, präziser Autofokus — das ist die Grundausstattung. Mittelgroße Arten lassen sich gut mit einem 60–90-mm-Objektiv und einem einzigen direkten Blitz fotografieren. Drei Regeln schützen das Tier: niemals anfassen, kein anhaltend direktes Licht — das stresst das Tier — und für Zwerge mindestens 5 cm Abstand zwischen Frontlinse und Körper.
Was bleibt, ist das Bild eines Tieres, das zugleich außergewöhnlich und gefährdet ist. Die umgekehrte Schwangerschaft, die auf eine einzige Gorgonienkolonie abgestimmte Tarnung, die geduldige Unbeweglichkeit — alles das ist Ergebnis von Millionen Jahren Evolution. Der heutige Handel und der Habitatverlust laufen in einem Tempo ab, das diese Anpassungen nicht auffangen können. Citizen-Science-Plattformen, die Taucher-Sichtungen erfassen, liefern die Bestandsdaten, die Forscher auf anderem Weg kaum in dieser Breite gewinnen könnten.

