Islas Medas im September: Zackenbarsche und Tauchgänge
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Islas Medas im September: Zackenbarsche und Tauchgänge

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25. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Das Meeresreservat Islas Medas ist eines der überzeugendsten Argumente für eine Reise an die Costa Brava. Der Haken: Der beste Zeitraum ist kurz — der September. Davor zu viele Touristen, danach sinkt die Temperatur rasch. Dazwischen liegen zwei oder drei Wochen, in denen das Wasser noch warm ist, Braune Zackenbarsche ihre Höhlen verlassen und erfahrene Taucher ihre Plätze früh reservieren.

Die Islas Medas sind sieben Felsinseln vor L'Estartit, seit 1990 als vollständiges Meeresreservat ausgewiesen. Über 30 Jahre ohne Fischerei innerhalb des Perimeters — und der Unterschied zum Rest des Mittelmeers ist beim ersten Tauchgang nach fünf Minuten spürbar. Eine Artenvielfalt, wie sie anderswo seit Jahrzehnten nicht mehr existiert. Es gilt weithin als das beste Meeresreservat im westlichen Mittelmeer.

Warum gerade September. Im Juli und August ist das Wasser zwar warm — 24–25 °C —, aber die Tauchergruppen sind so zahlreich, dass ein Tauchgang zur Unterwasser-Warteschlange wird. Im Oktober fällt die Sprungschicht binnen weniger Tage auf 14 °C, und die Fauna zieht sich zurück. September ist der ideale Kompromiss: Oberfläche noch bei 22–23 °C, am Grund rund 20 °C, Sichtweite üblicherweise 15–25 m, und die Tauchbasen haben freie Plätze, weil der Familientourismus abgeklungen ist.

Der Braune Zackenbarsch (*Epinephelus marginatus*) dominiert jeden Tauchgang. An den Medas wurden über 1.000 Exemplare gezählt, manche über 30 kg schwer. Ein Tauchgang auf La Vaca oder Tasco Petit, zwischen 18 und 22 m Tiefe, macht eine Begegnung nahezu sicher. Die großen Territorialmännchen weichen nicht aus: Sie kommen auf wenige Zentimeter heran und scheinen bisweilen für die Kamera zu posieren. Wer außerhalb von Meeresreservaten getaucht ist, empfindet den Kontrast als drastisch — hier fliehen Fische nicht.

Fünf Tauchplätze konzentrieren das meiste Aufkommen. La Vaca und La Vaca Gegant: Wände mit Höhlen und riesigen Zackenbarschen. El Reconcó: ideal für Einsteiger, mit reichhaltigem Leben über Sand und Posidonia. La Cova de la Vaca: eine Durchgangshöhle bei 16 m mit bemerkenswertem Deckenlicht. Tasco Gros: eine Plattform mit großen Umberfischen. Die Tauchbasen vergeben Plätze nach Erfahrungsstufe; wer das Niveau hat, sollte La Vaca verlangen.

Die Logistik verdient Aufmerksamkeit: Die Medas haben ein Tageskontingent. Die Generalitat de Catalunya begrenzt den Zugang auf 450 Taucher pro Tag in der Hochsaison, verteilt auf drei Haupttauchbasen in L'Estartit. Im September sollte man zwei bis drei Wochen im Voraus buchen. Geführte Tauchgänge mit Ausrüstung kosten rund 50–65 €; Pakete mit vier Tauchgängen über zwei Tage liegen um die 200 €.

Was die meisten Reiseberichte verschweigen: Die Medas können auch trübes Wasser haben. Nach starker tramuntana oder anhaltenden Regenfällen bringt die Mündung des Ter — nur 3 km entfernt — Sediment ins Wasser. Dann taucht man auf 18 m mit 5 m Sicht und der Zauber ist weg. Wetterberichte vor der Anreise zu prüfen erspart Enttäuschungen. Optimal sind drei aufeinander folgende Tage mit Südwind oder Windstille.

Ein Hinweis für Taucher von außerhalb: Übernachten Sie nicht in L'Estartit. La Bisbal d'Empordà, 15 Minuten entfernt, oder Pals, 20 Minuten, sind schöne mittelalterliche Ortschaften mit besseren Restaurants zum halben Preis. L'Estartit selbst ist ein funktionaler Familienferienort aus den 1980ern — zweckmäßig, ohne besonderen Charme. Die Tauchbasen sind dort, also fährt man hin, taucht und kehrt zurück.

Nach acht Reisen zu den Medas bleibt die Einschätzung konstant: Wer drei Septembertage im spanischen Mittelmeer verbringen will, kommt hierhin. Cabo de Palos ist ein ernsthafter Konkurrent, die Columbretes bieten mehr pelagische Fauna, aber die Medas bei warmen Temperaturen und guter Sicht werden von keinem anderen Ziel übertroffen. Artenvielfalt, einfache Anreise, solide Infrastruktur — und Zackenbarsche, die von sich aus die Distanz verringern.