Myanmar (früher Birma) ist ein südostasiatisches Land mit Grenzen zu Thailand und Bangladesch. Der Mergui-Archipel (Myeik) mit über 800 Inseln im Andamanensee war bis 1997 für Touristen gesperrt. Er zählt zu den am wenigsten betauchten Zielen der Welt: unberührte Riffe, reiches Meeresleben und die Moken-Seenomaden. Zugang ausschließlich per Liveaboard von Thailand.
Myanmar (offiziell Republik der Union Myanmar, früher Birma) ist ein südostasiatischer Staat mit 54 Millionen Einwohnern und Grenzen zu Thailand, Laos, China, Indien und Bangladesch. Die Küste erstreckt sich über 1.930 km entlang dem Andamanensee und dem Golf von Bengalen. Die politische Lage ist seit dem Militärputsch 2021 instabil, doch der Mergui-Archipel bleibt über Thailand erreichbar. Verwaltungshauptstadt ist Naypyidaw, wirtschaftliches Zentrum Yangon. Der Archipel heißt offiziell Myeik oder Mergui Archipelago.
Unterwassergeografie: Der Mergui-Archipel umfasst mehr als 800 Inseln im Andamanensee zwischen dem südlichen Birma und Thailand. Die überwiegende Mehrheit ist unbewohnt oder nur von den Moken-Seenomaden besiedelt. Die Wassertemperatur liegt bei 27-30 °C, die Sichtweite bei 20-30 m (am besten November bis April), mit außergewöhnlicher Korallenbiodiversität (über 250 Arten). Das Gebiet ist Durchzugszone für Stier-, Grau-, Leopard- und Ammenhaie sowie saisonale ozeanische Mantas.
Top-Tauchplätze: 1) Black Rock (isolierter Freiwasserpinnacle, ozeanische Mantas und Riffhaie, 18-35 m). 2) Western Rocky (Unterwasserbogen mit Fischschwärmen und schlafenden Ammenhaien, 12-22 m). 3) Shark Cave (Höhle mit ruhenden Leopardhaien, 15-25 m). 4) Three Islets (Steilwände und Pelagisches, 18-32 m). 5) North Twin (Weichkorallen und Segelfische, 15-30 m). 6) High Rock (Freiwasserwände mit Strömung, 18-35 m). 7) In Through The Out Door (Makroplatz mit Zwergseepferdchen).
Die Moken: Im Archipel leben etwa 2.000 Moken, eine maritime Nomadenethnien, die auf traditionellen Booten (Kabang) oder in temporären Küstendörfern lebt. Sie sind natürliche Freitaucher — dokumentierte Tauchgänge von 30+ Metern und 5+ Minuten ohne Ausrüstung — und haben durch evolutionäre Anpassung eine schärfere Unterwassersicht als die meisten Menschen. Sie jagen mit traditionellen Speeren. Die Moken-Kultur ist durch erzwungene Sesshaftwerdung und Fischereibeschränkungen bedroht. Der Kontakt mit den Moken ist ein anthropologisch einzigartiger Aspekt dieses Ziels, der von verantwortungsbewussten Veranstaltern betreut wird.
Logistik und Kosten: Der Zugang erfolgt ausschließlich per Liveaboard von Thailand. Die Boote starten in Phuket, Khao Lak oder Ranong, checken in Kawthaung (Myanmar) ein und fahren 7-10-Nächte-Routen. Anbieter: The Junk, Smiling Seahorse, Worldwide Dive and Sail Aurora, Thai Sila. Kosten für 7 Nächte Liveaboard: 2.500-3.500 €. Myanmar-Genehmigung inklusive (200-300 € Aufpreis). Myanmar-E-Visum online erhältlich (50 USD). Das Liveaboard umfasst Unterkunft, Mahlzeiten, Tauchgänge und Guide. Es gibt keine stabile landbasierte Option.
Die angenehme Überraschung: die Thailand-Kombination. Ein Abflug von Phuket oder Khao Lak erlaubt die Kombination von Mergui mit den Similan-Inseln oder Ko Bon-Ko Tachai auf einer einzigen Route. Für eine 14-21-tägige Reise lässt sich birmanisches Tauchen (4-7 Tage Mergui) mit thailändischem Tauchen (4-7 Tage Similan) und Kultur (Yangon, Mandalay, Bagan, Shwedagon-Pagode, alte Städte) verbinden. Das ergibt ein vollständiges Südostasien-Paket.
Der Wermutstropfen: politische Instabilität. Der Militärputsch 2021 in Myanmar hat internationale Sanktionen und ethisch begründete Tourismusboykotte ausgelöst. Liveaboards operieren technisch gesehen weiter, doch manche Taucher wollen das Militärregime nicht unterstützen. Die Lage könnte sich verschlechtern und das Ziel erneut geschlossen werden. Die operative Saison ist eng (Oktober bis Mai). Die Entfernung aus Europa ist maximal. Für ein stabiles und ethisch klares Ziel sind die Philippinen oder Indonesien die bessere Wahl.
Das Fazit: Myanmar Mergui ist ein Reiseziel für erfahrene Taucher mit politischem Bewusstsein. Unberührte Gewässer, reiches Meeresleben (ozeanische Mantas, Haie, Fischschwärme), Begegnungen mit den Moken, außergewöhnliche Korallenvielfalt. Für ein ethisch klares und operativ stabiles Ziel gibt es Alternativen (Philippinen, Indonesien, kontinentales Thailand). Für ein exklusives asiatisches Revier mit wenig Tourismus und intakten Riffen ist Mergui einzigartig. Empfohlen November bis April per Liveaboard ab Phuket oder Khao Lak. Kombinierbar mit den thailändischen Similans für eine komplette Andamanen-Reise von 10-14 Tagen.

