Walhai: Männchen von Weibchen unterscheiden und wo man sie findet
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Vida Marina

Walhai: Männchen von Weibchen unterscheiden und wo man sie findet

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14. Mai 2026 3 Min. Lesezeit

Der Walhai (*Rhincodon typus*) ist der größte Fisch der Welt. Taucher, die ihm begegnen, fragen sich selten, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt — dabei ist der Unterschied für Verhalten und Reiseplanung durchaus relevant. Die meisten Sichtungen an Tourismuszentren betreffen Jungtiere und junge Männchen; adulte Weibchen sind in zugänglichen Gewässern eine Seltenheit.

Der Walhai ist der größte Fisch der Erde und nach dem Blauwal das zweitgrößte Wirbeltier überhaupt. Ausgewachsene Tiere messen typischerweise 8–12 m; die größten dokumentierten Exemplare erreichen 18–20 m bei einem Gewicht von 15–21 Tonnen. Trotz dieser Dimensionen sind sie Filtrierer: Plankton, Krill, Fischlarven und Eier bilden die Nahrungsgrundlage. Die Art bewohnt tropische und subtropische Meere weltweit, mit Residenzpopulationen bei Mafia (Tansania), Tofo (Mosambik), Ningaloo (Australien), den Malediven, den Philippinen, Yucatán (Mexiko) und andernorts.

Männchen und Weibchen lassen sich anhand eines einzigen Merkmals unterscheiden: der Bauchseite zwischen den Bauchflossen. Männchen besitzen Klasper — zwei zylindrische Fortsätze, die zwischen den Bauchflossen hervorragen und als äußere Geschlechtsorgane dienen. Bei ausgewachsenen Walhaien sind die Klasper aus mehreren Metern Entfernung gut erkennbar: helle, längliche Strukturen auf dunkler Haut. Bei Weibchen fehlen sie vollständig; die Bauchseite zwischen den Bauchflossen ist glatt.

Bei Jungtieren erschwert sich die Bestimmung, da die Klasper kaum entwickelt oder noch gar nicht vorhanden sind. Der überwiegende Teil der Sichtungen an bekannten Tauchzielen wie Ningaloo, den Malediven, Tofo und Mafia betrifft Tiere zwischen 4 und 8 m — überwiegend Männchen. Adulte Weibchen, die 10–15 m übersteigen können, fehlen an gut erreichbaren Tauchplätzen weitgehend, weil sie zur Geburt in tiefe Gewässer abwandern.

Walhaie sind ovovivipar: Die Eier schlüpfen im Mutterleib, und die Jungen werden lebend geboren. Ein einziges Weibchen kann mehr als 300 Embryonen gleichzeitig tragen. Die Jungtiere kommen mit etwa 50–60 cm Länge zur Welt. Geburten in freier Wildbahn sind kaum je dokumentiert worden, und das Wissen über Wurfgebiete bleibt lückenhaft. Als mögliche Gebiete gelten tiefe Zonen nahe den Galápagos, den Philippinen (St. Helena Mount) und dem Banco de Bermuda.

Jeder Walhai trägt ein individuelles Muster aus weißen Flecken auf dunkler Haut — vergleichbar einem Fingerabdruck. Die wissenschaftliche Datenbank Wildbook for Whale Sharks ermöglicht es Tauchern, Fotos der linken Körperseite hinter den Kiemen hochzuladen und zu erfahren, ob das Tier bereits erfasst ist oder neu in der Datenbank aufgenommen wird. Wiederholte Identifikationen über Jahre hinweg ermöglichen die Rekonstruktion von Wanderrouten und individuellen Lebensläufen.

Die Saisonen unterscheiden sich je nach Ziel. Mafia: Oktober–März. Tofo: Juni–November. Ningaloo: März–Juli. Malediven (Hanifaru): Juni–November. Philippinen (Donsol, Cebu): Februar–Juni. Yucatán (Holbox): Juni–September. Wer die Hauptzeiten kennt, erhöht die Begegnungswahrscheinlichkeit erheblich. Manche Populationen wie Mafia und Holbox sind resident; andere wie Ningaloo und Tofo folgen ausgeprägten Zugmustern.

Walhaie sind für Menschen ungefährlich, doch ihre Größe birgt ein reales Kollisionsrisiko. Der Standard lautet: mindestens 3 m Abstand, kein Berühren, nie vor dem Tier positionieren, kein Blitz in der Nähe von Jungtieren. Tansania, Australien, Mexiko und die Philippinen beschränken Begegnungen auf Schnorcheln — kein Gerätetauchen — auf Basis von Studien, die belegen, dass Ausatemluft das Verhalten der Tiere verändert. Auf den Malediven und andernorts ist Gerätetauchen noch erlaubt.

Männliche von weiblichen Walhaien zu unterscheiden ist keine Kunst, sobald man weiß, worauf man achten muss — aber es erfordert Ruhe, Geduld und einen klaren Blick auf die Bauchseite. Begegnungen an etablierten Tauchzielen werden fast immer junge Männchen betreffen. Ein adultes Weibchen in zugänglichen Gewässern anzutreffen ist echte Rarität. Fotos auf Wildbook for Whale Sharks hochzuladen ist eine der direktesten Möglichkeiten, als Freizeittaucher zur Erforschung dieser Art beizutragen.