Jeju ist Südkoreas größte Insel, im Süden der Halbinsel im Ostchinesischen Meer gelegen. Subtropisches Ziel mit gemäßigten Korallen, modernen koreanischen Wracks und der Haenyeo-Kultur — Frauen, die auf Apnoe Meeresfrüchte sammeln, seit 2016 UNESCO-Kulturerbe. Koreanisches Tauchen im Westen kaum bekannt, mit einer einzigartigen kulturellen Identität.
Jeju (Jeju-do) ist eine Vulkaninsel von 1.847 km² südlich der koreanischen Halbinsel im Ostchinesischen Meer. Sie ist Südkoreas größte Insel — eine autonome Provinz — mit 670.000 Einwohnern. Die Insel wird vom Hallasan (1.947 m, schlafender Vulkan, höchster Punkt Südkoreas) dominiert. UNESCO-Welterbe: Lavaröhren, Vulkankegel und der Krater Seongsan Ilchulbong. Provinzhauptstadt ist Jeju City (Norden). Sprache: Koreanisch. Kein Visum für EU-Bürger erforderlich (90 Tage). Währung: Südkoreanischer Won (KRW).
Unterwassergeografie: Jeju liegt in einer subtropisch-gemäßigten Zone. Das Wasser ist im Sommer warm (24–26 °C von Juli bis September) und im Winter kalt (12–14 °C von Januar bis März). Es ist ein Übergangsgebiet zwischen tropischer Fauna (nördlichste Grenze des westpazifischen Korallengürtels) und gemäßigter Fauna. Die Korallenvielfalt ist bescheiden — etwa 60 Arten im Vergleich zu 250 in Okinawa. Weichkorallen und Gorgonien dominieren. Die durchschnittliche Sichtweite beträgt 8–20 m (am besten von Juni bis Oktober). Strömungen können stark sein (Einfluss des Tsushima-Stroms).
Die Haenyeo: Haenyeo (wörtlich 'Frauen des Meeres') sind weibliche Apnoetaucherinnen, die in den kalten Gewässern Jejus auf Tauchgang Meeresfrüchte, Seeohren und Algen sammeln. Die Tradition ist vier Jahrhunderte alt und wurde 2016 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Haenyeo arbeiten bis ins hohe Alter von 80 Jahren, tauchen bis auf 20 m ohne Ausrüstung, halten 3–5 Minuten die Luft an und stoßen beim Auftauchen einen charakteristischen Pfeifton aus (Sumbisori). Etwa 4.000 aktive Haenyeo sind noch auf Jeju tätig, die meisten zwischen 60 und 80 Jahre alt — die jüngere Generation setzt die Tradition nicht fort. Sie können in Hado-ri und Sehwa-ri beobachtet werden.
Tauchplätze: 1) Seopjikoji (Ost-Jeju, Vulkanwände und Weichkorallen, 12–25 m). 2) Munseom (Süd-Jeju, Meeresschutzgebiet, 18–30 m). 3) Beomseom (Süd-Jeju, Wände mit großen Fischen, 22–35 m). 4) Munseom Cave (Höhle mit ruhenden Leopardenhaien im Winter, 18–22 m). 5) Hwangwoojin (West-Jeju, Fischschwärme und tropische Arten, 15–25 m). 6) Wolyeong-ri (Haenyeo-Zone, während des Betriebs beobachtbar, 5–12 m). Die Korallenbedeckung ist bescheiden; der Hauptreiz liegt in der gemäßigten Meeresfauna und den Wracks.
Wracks: Jeju hat mehrere moderne koreanische Wracks. 1) Jindo Wreck (Fischerboot, 2010 versenkt, 28 m). 2) Munseom Submarine (Sport-U-Boot, absichtlich versenkt, 22 m). 3) Seogwipo Wreck (Frachter, 32 m). Sie sind historisch nicht mit Wracks im Mittelmeer oder auf den Philippinen vergleichbar, aber für Wrack-Enthusiasten interessant. Makrofauna: Seepferdchen, Kraken, Tintenfische, Hummer, Skorpionfische. Es ist Landschafts- und Wracktauchen, kein Pelagial-Tauchen.
Logistik und Kosten: Flüge nach Jeju (CJU) direkt von Seoul (Incheon, Gimpo, 60 Minuten), Busan, Tokio, Osaka, Peking, Shanghai, Hongkong, Taipeh. Internationale Route: Flug nach Seoul Incheon, Anschlussflug nach Jeju (60 Minuten, hohe Frequenz). Tauchzentren: Jeju Submarine Diving, Jeju Diving Pool, Big Blue Diving Center. Kosten pro Tauchgang: 50–70 € (koreanische Preise). 3-Tauchgänge-Tagespaket: 130–180 €. PADI Open Water Kurs: 400–550 €. Unterkunft: Pensionen ab 30 €, Hotels 80–200 €.
Was überrascht: die Kombination mit koreanischer Kultur. Jeju lässt sich hervorragend mit Kulturtourismus in Seoul (Gyeongbokgung-Palast, Märkte in Myeongdong und Itaewon, K-Pop), Busan (Jagalchi-Markt, Haeundae-Strand) und Jeju selbst (Hallasan-Nationalpark, Vulkankegel, Jeju Folklore Museum) verbinden. Koreanische Küche ist international bekannt: Kimchi, Bulgogi, Bibimbap, Samgyeopsal, Gochujang, Soju. Für eine Reise von 10–14 Tagen bietet Südkorea ein vollständiges Asienziel mit Tauchen obendrauf.
Fazit: Jeju ist ein gemäßigtes westpazifisches Ziel für Taucher mit kulturellem und anthropologischem Interesse. Haenyeo-Kultur (UNESCO), gemäßigte Weichkorallen, moderne koreanische Wracks, reichhaltige Makrofauna. Für tropisches Tauchen mit üppigen Korallen und Pelagialfauna gibt es in Asien bessere Alternativen (Philippinen, Indonesien, Thailand). Für ein gemischtes Reiseprogramm — koreanische Kultur, K-Pop, Küche und subtropisches Tauchen — ist Jeju im Fernen Osten einzigartig. Beste Reisezeit: Juni bis Oktober. Gut kombinierbar mit Sightseeing in Seoul und Busan auf einer 14-Tage-Reise.

