Die Similan-Inseln sind ein Meeresschutzgebiet westlich von Khao Lak im Andamanischen Meer. Der Zugang ist nur von Mitte Oktober bis Mitte Mai möglich, wenn der Südwest-Monsun die Gewässer nicht beeinträchtigt. Dieses enge Zeitfenster macht eine gründliche Planung unerlässlich. Für europäische Taucher, die ein tropisches Reiseziel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, sind die Similans eine echte Alternative zu den Malediven.
Die Similans sind neun kleine Granitinseln, 70 km westlich von Khao Lak an Thailands Westküste. Zusammen mit Surin im Norden und Richelieu Rock — einem isolierten Seamount zwischen beiden Inselgruppen — bilden sie das Herzstück des Tauchens im Andamanischen Meer. Khao Lak ist der wichtigste Ausgangspunkt. Tauchsafaris dauern 4–6 Tage; Tagesausflüge per Schnellboot ab Khao Lak erreichen den Nationalpark in etwa 1,5 Stunden.
Die Saison läuft strikt vom 15. Oktober bis zum 15. Mai. Danach schließt der Südwest-Monsun den Nationalpark und setzt alle Operationen aus. Genau diese erzwungene Pause hält die Riffe in vergleichsweise gutem Zustand: Fünf Monate ohne Tauchdruck pro Jahr ermöglichen echte Erholung. Im Vergleich zu ganzjährig geöffneten tropischen Zielen zeigen die Similans weniger Korallenbleiche und höhere Artenvielfalt.
Die bekanntesten Tauchplätze: Elephant Head Rock, ein Granitlabyrinth aus Höhlen und Durchgängen; Beacon Reef Wreck, eine Yacht auf 25 m Tiefe; Three Trees, ein Driftdive mit verlässlicher Strömung; East of Eden, ein Korallengarten bei 18 m; und West of Eden, eine Wand voller Riffbewohner. Tiefen zwischen 12 und 30 m, Wassertemperatur 27–30 °C, Sichtweite 20–30 m. Die nördlicheren Surin-Inseln bieten ruhigeres Tauchen, dafür bessere Chancen auf Mantarochen und gelegentliche Walhaie.
Richelieu Rock ist eine eigene Kategorie. Dieser isolierte Felsturm, 30 km nordöstlich der Similans, wurde in den 80er Jahren von Cousteau entdeckt. Er steigt von 50 m auf kaum einen Meter unter die Oberfläche und ist vollständig mit lila Weichkorallen, Gorgonien, Schwämmen und dichtem Riff-Leben bedeckt. Walhaie ziehen zwischen Februar und April durch; Mantarochen sind Stammgäste. Es ist wahrscheinlich der meistfotografierte Tauchplatz Thailands — und das aus gutem Grund.
Anreise: Flug nach Phuket oder Krabi aus Europa mit einem Umstieg in Doha oder Dubai, dann Landtransfer nach Khao Lak (1,5 Stunden). Doppelzimmer in Khao Lak ab 50–150 € pro Nacht. Die wichtigsten Tauchbasen sind Sea Bees, Khao Lak Scuba Adventures und Wicked Diving. Tauchsafaris kosten 800–1.500 € für 4–6 Tage. Tagesausflüge mit drei Tauchgängen liegen bei 130–180 €. Englisch ist universell; Deutsch und Französisch werden in vielen Zentren gesprochen.
Was wirklich überrascht, ist die unkomplizierte Logistik. Thailand ist ein einfaches Reiseziel für europäische Taucher: günstige Flüge in der Nebensaison, ausgereifte touristische Infrastruktur, vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten, exzellente Küche und Preise, die 30–40 % unter denen der Malediven oder der Philippinen liegen. Für eine erste Tauchreis nach Asien sind die Similans die pragmatische Wahl. Paare oder Familien, bei denen nur einer taucht, finden in Khao Lak eine gute Mischung aus Strand und Tauchen.
Der Schwachpunkt ist die zunehmende Überfüllung. Die Similans wurden populär, und die Zahl der Tauchsafaris stieg entsprechend. In der Hochsaison von Dezember bis Februar können über 20 Schiffe gleichzeitig im Nationalpark liegen. Beliebte Spots wie Richelieu Rock füllen sich schnell. Die Lösung ist einfach: Reisen in der Schultersaison — Oktober–November oder April–Mai — wenn die Taucheranzahl um rund die Hälfte sinkt und die Preise etwa 20 % günstiger sind. Die Riffe erlitten 2010 und 2016 teilweise Bleiche, erholen sich aber.
Fazit: Thailand ist ein solides Ziel für europäische Taucher, die ein gut organisiertes tropisches Reiseziel zum vernünftigen Preis suchen. Similans und Richelieu Rock gehören im mittleren Preissegment zur Weltspitze. Für eine Tauchwoche zwischen Oktober und Mai gibt es kein zugänglicheres tropisches Ziel mit vergleichbarem Verhältnis aus Qualität, Preis und Logistik. Wer ausschließlich Elite-Tauchen sucht, wird anderswo fündiger; wer hochwertig tauchen will ohne exorbitante Preise, liegt mit Thailand richtig.

