Vietnam bietet 3.260 km Küste am Südchinesischen Meer mit zwei Tauchzentren: Nha Trang (Mitte) mit französischen Kolonialwracks und der Insel Phu Quoc (Süden) mit Riffen in der Erholung nach jahrzehntelanger destruktiver Fischerei. Als günstigstes asiatisches Tauchziel (15-25 € pro Tauchgang) verbindet es indochinesische Geschichte mit wachsender Biodiversität seit Gründung der Meeresschutzgebiete 2001.
Vietnam ist ein südostasiatisches Land mit 3.260 km Küstenlinie, hauptsächlich am Südchinesischen Meer (in Vietnam als Ostmeer bekannt). Mit 100 Millionen Einwohnern und starkem Tourismuszuwachs seit der Öffnung in den 1990er Jahren sind die zwei Haupttauchziele Nha Trang (Provinz Khanh Hoa, Mitte) und die Insel Phu Quoc (Provinz Kien Giang, Süden, an der Grenze zu Kambodscha). E-Visa online erhältlich (25-50 USD je nach Nationalität) oder bei Einreise. Währung: Dong (VND); Karten in touristischen Gebieten akzeptiert.
Nha Trang: Küstenstadt mit 9 vorgelagerten Inseln. Tropisches Wasser mit 24 °C im Januar und 30 °C im Juli. Durchschnittliche Sichtweite 12-25 m (am besten März bis Oktober). Hauptspots: 1) Mun Island (Meerespark, Korallengärten auf 8-20 m). 2) Madonna Rock (Steilwände und Höhlen auf 18-30 m). 3) Hard Rock (Bommies und Pelagische auf 12-25 m). 4) Big Coral Garden (Koralle in Erholung auf 6-18 m). 5) Black Rock (Wände mit Weichkorallen). Der Korallenzustand spiegelt die Erholung nach jahrzehntelangem Sprengfischfang wider.
Phu Quoc: Vietnams größte Insel (574 km²) im Golf von Thailand nahe Kambodscha. Sie hat sich von einem vernachlässigten Fischereigebiet zu einem Massentourismusziel entwickelt (Vinpearl-Resorts im Disney-Stil). Das Tauchen konzentriert sich auf die An-Thoi-Inseln (Süden) und das nördliche Gebiet beim Nationalpark. Hauptspots: 1) Hon Mong Tay (Coral Island, Korallengärten auf 8-15 m). 2) Hon Dam Ngang (Wände und Sand auf 12-22 m). 3) Hon Roi (Weichkorallen auf 10-18 m). 4) Hon Vang (Fischereigeschütztes Gebiet, beste Koralle). 5) Hon May Rut (Höhlen und Bögen auf 15-25 m). Flaches Tauchen für Anfänger geeignet.
Französische Wracks: Während der französischen Kolonisierung Indochinas (1887-1954) war Nha Trang eine wichtige Küstenbasis. Nach dem Zweiten Weltkrieg versanken mehrere Schiffe in der Region. Zugängliche Wracks: Vietnam Trade (Frachter, gesunken 1970, 28 m Tiefe), Nha Trang Bay Wrack (Handelsdampfer auf 22 m), Cham Island Wrack (Fischerboot auf 18 m). Sie erreichen nicht das Niveau der philippinischen Wracks oder Truk Lagoon, bieten aber echten historischen Wert für dieses Ziel.
Logistik und Kosten: Flüge nach Nha Trang (CXR) oder Phu Quoc (PQC) direkt aus Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Bangkok, Kuala Lumpur, Singapur und Seoul. Internationale Flüge erfordern meist einen Umstieg in Hanoi oder Saigon. Tauchschulen: Rainbow Divers (Nha Trang, Phu Quoc — historischer Pionier des Tauchens in Vietnam), Sailing Club Divers (Nha Trang), Coco Dive Center (Phu Quoc). Kosten pro Tauchgang: 15-25 € (zu den günstigsten Südostasiens). 6-Tauchgang-Paket: 80-120 €. PADI Open Water-Kurs: 250-350 €.
Was überrascht: die Kombination mit Kulturtourismus. Vietnam erlaubt es, Tauchen mit Besuchen in Hanoi (Altstadt), Halong Bay (UNESCO, Kajak statt Tauchen), Hue (Kaiserstadt), Hoi An (UNESCO, Kolonialstadt), Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt, urbane Energie) und den Cu-Chi-Tunneln (Kriegsgeschichte) zu verbinden. Auf einer 14-21-tägigen Reise vereint das Ziel zugängliches Tauchen mit asiatischer Kultur, vietnamesischer Küche (eines der besten Reiseziele weltweit für Essen) und günstigen Preisen.
Was enttäuscht: der Korallenzustand. Vietnam litt jahrzehntelang unter Sprengfischerei, Verschmutzung und unkontrollierter Tourismusausbeutung. Korallen im Originalzustand finden sich nur in abgelegenen Gebieten (Con-Dao-Archipel, Süden). In Nha Trang und Phu Quoc erholen sich die Korallen dank der Meeresschutzgebiete (2001), können aber noch nicht mit Top-Tauchzielen wie den Philippinen, Indonesien oder Thailand mithalten. Großfauna ist selten — Haie kaum zu sehen, wenige Schildkröten. Kein geeignetes Ziel für Großtierbegegnungen.
Das Fazit: Vietnam ist ein günstiges asiatisches Tauchziel, das sich ideal mit Kultur- und Gasttourismus kombinieren lässt. Französische Kolonialwracks mit historischem Wert, Riffe in der Erholung mit zunehmendem Korallenwuchs, Preise zu den günstigsten Südostasiens. Für ein reines Pelagik-Taucherlebnis sind die Philippinen oder Indonesien besser geeignet. Für eine gemischte Reise aus Tauchen, indochinesischer Kultur, hervorragender Küche und knappem Budget ist Vietnam eine starke Wahl. Beste Sichtweite März bis Oktober. Kombinierbar mit Kambodscha (Grenze Phu Quoc) für eine komplette Indochina-Rundreise.

